Endlich ein wenig

Zeit… Die Tage in Düdo waren voll und anstrengend. Gestern morgen dann hierher gefahren um halb 11 war ich hier und um 11 Uhr ins nächste Meeting bis knapp 15 Uhr (Pause war  20 Minuten 😦  ) ein wenig nachgearbeitet und um 16 Uhr eine ätzende Telefonkonferenz mit zwei Handyteilnehmern. Ich hasse Telcos mit Handynutzern! Egal, auf jeden Fall war ich froh, daß ich gestern abend dann endlich in der Kirche saß und die Stille Zeit genießen konnte. Zu Hause hab ich dann Nägel mit Köpfen gemacht. Die Klavierstunde heute abend abgesagt. Morgen nachmittag die Thera abgesagt. Ich hab mich nur auf einen ChorProbe festnageln lassen und das auch nur CB zuliebe. Das Benefizkonzert zu dem wir Freikarten haben am Samstag Abend hab ich auch abgesagt. Es reicht! Ich brauch Zeit für mich und meinen Mann, aber vor allem mal für mich. Es ist Advent und Zeit der Besinnung. Deshalb auch Absage der Thera. Ich will mich vor Weihnachten nicht mit irgendwelchen Erkenntnissen belasten. Einfach nur ich sein.

Letzten Samstag waren wir noch beim Optiker für eine neue Brille. Es geht mir auf den Sack keine Ersatzbrille zu haben. Wir waren nicht mehr beim großen F. Stammleser erinnern sich an das Drama. War ja auch nur als Versuch gedacht, weil mein Alteingesessener Optiker den Laden dicht gemacht hatte. Nun bin ich wieder bei dem Optiker bei dem ich meine ersten 30 Lebensjahre verbracht hab 😉   Klar ist ER nicht mehr da, aber der Laden wir in seinem Sinne weitergeführt. Ich bin ja damals nur weg, weil meine Nachbarin Optikerin mit eigenem Laden bei uns um die Ecke war und bei IHM gelernt hatte, von daher wußte ich ja was ich bekomme. Ich hoffe das das mit der neuen Brille nicht so ein Hin und Her wird wie mit der aktuellen, die mal gerade 1,5 Jahre alt ist.

Morgen noch zwei Termine und dann ist Wochenende. Aber heute abend nichts vorzuhaben und auch morgen nicht ist wunderbar. Samstag Friseur und Maniküre und nachmittags Chor und das reicht dann auch schon wieder 🙂

Klavier hab ich schon über eine Woche nicht gespielt. Wenn ich mal zu Hause bin fühl ich mich zu ausgelaugt und kaputt mich hinzusetzen und die Weihnachtslieder zu üben. Und zum Wiederholen hatte ich auch keinen Bock. Wie heißt es in allen Broschüren immer so schön: Ein Zeichen zum Burn Out ist es, wenn geliebte Hobbys zur Belastung werden… Nun ich hab die Zeichen erkannt und zumindest für dieses WE die Notbremse gezogen. In der Arbeit kann ich nichts abstellen, dann muß es eben privat sein. Und falls ich mich nächstes Jahr nochmals für den ProjektChor anmelden soll, dann darf mir jeder, auch ihr meine lieben Leser, in den Arsch treten 😉 Nächstes Jahr gibt es nur Schola und Klavier, AUS, BASTA!

Hier auf der Arbeit stehen Veränderungen an. Ein AL wird wohl gehen (zum Teil wird es ihm auch sehr sehr nahe gelegt, was ich absolut verstehe… ) und seine Mitarbeiter (11 Stück) müssen auf uns verbleibende ALs umgelegt werden dann. Mal sehen wie das sich noch entwickelt. Deshalb will mein Boss mir auch nicht den Freitag frei geben, sprich meine Arbeitszeitverkürzung von DREI Stunden… Ich halt mal noch die Füße still, aber vergessen ist das Thema nicht. Aber erst muß jetzt mal der „Kollege“ weg und dann sehen wie die Umverteilung stattfindet. Dann kann ich das wieder eher abschätzen.

Der „Kollege“ der geht, ist ein Arsch. Er ist homophob und ich ecke dauernd mit ihm an. Schon seit Jahren. Endlich ist er bei unserer HR-Dame mit seinem Pöbeleien und NICHT-Business-Verhalten auch aufgefallen und man verhandelt nun schon seit 3 Monaten über eine Aufhebung. Für mich ist das eine Farce. Da ich zufällig alles mitbekommen hab und mich mit dem Arbeitsrecht gut auskenne, weiß ich, daß der Arbeitgeber eine fristlose Kündigung sofort durchbekommen hätte. Dafür hätte aber unser Personalchef Eier in der Hose haben müssen. Da diese wohl wieder mal nur die Größe von M&Ms haben, wird halt so verhandelt… Letztlich bin ich froh wenn der Typ weg ist. Auch wenn ich wohl hauptsächlich wegen ihm nun meine Arbeitszeitverkürzung nicht kriege.

So muß wieder ran.

Paßt auf Euch auf da draußen 🙂

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Aller guten Dinge sind Drei

das ist ein wirklich altes Sprichwort und es bewahrheitet sich irgendwie immer 😉 Im Verlauf von nur einer Woche bin ich evangelisch geworden, hab zum 2. Mal geheiratet (zum Glück den gleichen Mann 😉  ) und bin 50 geworden 🙂  In dem Kanon kann ich gleich weitermachen und zwar werde ich meinen Mann ja nächstes Jahr zum 3. Mal heiraten, dann eben noch kirchlich 🙂 Aber ich glaube ich geh mal chronologisch vor 😉

Freitag abend war recht gechillt. Mein Mann kam bei unserem Lieblingschinesen telefonisch nicht durch, also sind wir hingefahren und haben dort gegessen 🙂 Geht ja auch 😉  Den Samstag haben wir recht gemütlich begonnen, im Haus rumgeräumt, den neuen Staubsauger im Ankleidezimmer (3. Etage) versteckt am Schrank montiert (ich sag nur, drei Etagen und einen Staubsauger mit Schlitten, du machst Dich tot…) eine neue Lampe im Esszimmer im Schrank montiert (die Ecke war uns immer zu dunkel) und drauf gewartet, daß die Pfarrerin sich meldet 🙂 Das tat sie auch gegen halb 5 und fragte telefonisch an, ob sie vorbeikommen könne, dann können wir auch gleich das erste Vorbereitungsgespräch für die Trauung nächsten Juni führen 🙂
Ich sagte gleich zu und dann war meine Aufregung ganz ganz groß 🙂 Nachdem sie eingetroffen war, ihren Kaffee hatte, haben wir ein wenig SmallTalk gehalten zu dritt. Und dann sagte sie: Dann laß uns mal anfangen mein Lieber. Sie öffnete ihre Unterlagen und gab mir zwei Formulare, die ich ausfüllen mußte und sie half mir dabei. Zwischendrin hielten wir quasi das Gespräch wie ich nun zu meiner Entscheidung gelangt sei. Sie strahlte, ich strahlte und dann sagte sie: Ich freue mich sehr über Deine Entscheidung, ich hab ja gedacht Du würdest der katholischen Kirche wieder beitreten, umso mehr freut es mich, daß Du Dich für uns und die evangelische Kirche entschieden hast und ich höre, sehe und fühle, daß Du es dir mehr als reiflich überlegt hast.  Das tat so gut, das aus ihrem Mund zu hören. IMG_20171123_153642.jpg Als ich das Formular komplett ausgefüllt hatte, unterschrieben hatte, gab ich es ihr und sie zeigte mir dann die Stelle an der stand: Das Formular bitte an den zuständigen Pfarrer weiterleiten. Sie sagte daraufhin: Das hast Du hiermit getan und ich begrüße Dich ganz herzlich in unserer Gemeinde. Willkommen in der evangelischen Kirche. Und dann drückten wir uns 🙂 Sie schenkte mir die beiden Bücher und Jim mache ein Bild von ihr und mir mit meiner Erklärung. Diese wird nun noch gesiegelt und ich erhalte diese später. Sie fragte mich ob ich eine öffentliche Aufnahme wünsche, was kein Muß ist. Eine öffentliche Aufnahme findet nach einem Gottesdienst statt, 3-4 Damen und Herren aus dem Presbyterium wären auch anwesend, auch T&A (die ich von der Irlandreise schon kenne und sehr mag) würden auch noch ein paar Worte sagen und mich offiziell Willkommen heißen und ich würde da noch einmal vor allen gefragt, ob ich beitreten will und kann dies dann kundtun 🙂 In dem Zusammenhang könnte ich dann auch meine gesiegelte Beitrittserklärung bekommen. Ich bejahte gleich und sie meinte: Das finde ich sehr schön, daß Du den Weg gehst. Einfach nur ein Formular unterschreiben wäre irgendwie so, als würde man einem Verein beitreten. Und da hat sie absolut recht 🙂  Wir haben für Januar auch gleich den Termin festgelegt 🙂 Danach führten wir zu dritt das erste Traugespräch, wo sie erstmal alle Daten aufnahm und kurz die Trauungszeremonie skizzierte. Sie meinte ja, daß ich mit CB sicher den Gottesdienst selbst gestalten wolle, auch mit der Schola, sie würde uns gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen, sie würde auch alles mitmachen, wir sollten nicht scheuen zu fragen. Es wäre unser Tag und sie will ihn mit uns so gestalten wie wir uns unseren Tag und Gottes Segen vorstellen 🙂 Schön wars und mir war wirklich warm ums Herz 🙂

Am Sonntag morgen hat sich der Evangele in den katholischen Gottesdienst bemüht, hat auch an der Eucharistiefeier teilgenommen und danach haben wir die Scholaprobe gehalten. Zu Hause gab es später lecker Frühstück und schließlich ging es auf Rezeptsuche. Letztlich  habe ich mich endlich für ein Gericht entschieden, daß ich Dienstag kochen wollte: Es gab Jambalaya (zumindest was ähnliches 😉 da ich den Reis nicht mitgeschmort hatte, den gab es getrennt dazu). Danach Einkaufszettel gemacht und den restlichen Tag vergammelt 🙂

Montag stand im Zeichen der Vorbereitungen und Einkaufen, NACH dem Standesamt. Wir sind kurz nach 7 aufgestanden, mein Mann hat gefrühstückt (mir ist das definitiv zu früh um was zu essen) und sind 10 vor 9 zu Fuß zum Standesamt gelaufen. Im Amtszimmer kam ich mir vor wie in meiner Ausbildung vor 32 Jahren… Alte Aktenschränke, Waschbecken mit beigen Fliesen in der Ecke, ein rotes, uraltes Tastentelefon… *lach* ich fühlte mich gleich wohl. Mein Mann fühlte sich wohl, weil die sehr junge Dame die Heizung auf Karibik eingestellt hatte, es waren mindestens 25 Grad in dem Zimmer. Ich legte meine Jacke sofort ab, gefolgt vom Schal und 5 Minuten später sogar meinen Cardigan 😉  Da ich am Telefon gesagt hatte, OHNE Schnickschnack, gingen wir auch nicht ins Trauzimmer. Die nette Dame hatte alles schon vorbereitet, ging die Sachen mit uns nochmals durch und dann konnten wir unterschreiben. Wir haben zwischendrin natürlich geblödelt, ich unterschrieb zuerst und fragte ob ich auch geborener… unterschreiben müsse (hab ja bei der Verpartnerung einen Doppelnamen angenommen) und sie sagte: Ja, ja, das müssen sie. Sie war ein wenig durcheinander 😉 Jim hat auch so doofe Witze gemacht wie: Endlich können wir syri*sche Kinder adoptieren… Sie fand es witzig, ich weniger. Auf jeden Fall war die Dame angetan von uns und ein wenig durcheinander durch die Blödeleien von Jim. Als Jim unterschreiben sollte, ist ihm aufgefallen, daß sein dritter Vorname (ja ja, und Jim ist Deutscher, ich als Italiener hab nur EINEN Vornamen) falsch geschrieben war, ein L fehlte. Also mußte alles neu gedruckt werden und neu unterschrieben werden 😉 Wir hatten unseren Spaß, haben viel gelacht und nun hoffe ich, das alles richtig ist 😉 Urkunden haben wir auch, aber kein Registerauszug wie seinerzeit bei der Verpartnerung… Aber ich denke die Urkunde die Eheurkunde heißt, eine Originalunterschrift hat und einen Stempel und die absolut notwendige Registernummer, ist ausreichend 😉

Dienstag war also der große Tag gekommen, Halbzeit 😉 IMG_20171123_153904.jpg Wir waren Montag abend müde und haben nicht mehr reingefeiert 😉 Witzigerweise haben wir aber an dem Tag bis 09:30 Uhr gepennt, was wir (o.k. Jim sowieso nicht und ich ja seit Monaten nicht mehr) an dem Tag aber gar nicht haben gebrauchen können 😉 Ich, oder wir ließen uns trotzdem nicht aus der Ruhe bringen. Wir standen gemütlich auf, nachdem ich im Bett schon mein Geburtstagsständchen von meinem Mann gesungen bekam 🙂 In der Küche an der Kaffeemaschine stand plötzlich Jim hinter mir, mit einem Strauß Blumen 🙂 Ich war total überrascht und er meinte nur: Du sagst doch immer, keiner bringt Dir Blumen mit und Du magst sie doch, also hab ich Dir mal welche besorgt.  Ich fand das total lieb von ihm 🙂  und hab mich sehr gefreut, zumal ich mir so einen Strauß nie selbst ausgesucht hätte.  IMG_20171123_154404.jpg Ich finde ihn allerdings super schön und freute und freu mich immer noch sehr drüber 🙂 Danach fragte er mich, ob ich bereit wäre für mein nächstes Geschenk. Ich sagte nur, Klar doch,  und schlürfte an meinem Kaffe weiter 😉 Und dann bekam ich ein superschmales, kleines Päckchen, so von der größe einer A5-Seite, das ganze wog auch gar nix. Ich wußte überhaupt nicht, was das sein könne, weil seit 4 oder 5 Jahren gibt es die eiserne Regel: KEINE Gutscheine mehr. Jim hat noch immer eine für eine Barcelona Reise von mir, den wir immer noch nicht umgesetzt haben… Auf jeden Fall packte ich aus und es war ein Blatt mit ganz vielen KlebeTattoos mit Skorpionmotiven. Die, die man mit einem nassen Tuch auf die Haut aufträgt 🙂 Ich sagte nur zu ihm: Cool, so kriege ich ja doch noch das Tattoo 😉 Und er meinte: Genau mein Schatz. Seit wir uns kennen erzählst Du mir, daß Du ein Tattoo willst. Und nun bekommst Du eines zu Deinem 50 igsten. Bedingung: Im nächsten halben Jahr mußt Du Dir über das Motiv klar werden, ich hab mir drei Studios ausgesucht mit guten Namen, die kannst du auch noch checken und dann geht es ab! *lach* ich war total perplex und fühlte mich ein wenig überfallen. Aber Jim hat recht. Ich will mir seit über 10 Jahren einen Skorpion stechen lassen. Hatte sogar schon einen ausgesucht, mir aber nie einen Termin geholt. Und ich will ja. Von daher, war nach ein paar Schreckminuten, dann doch die Freude da und wurde im Laufe des Tages immer größer, erst recht, als ich mir für Abends IMG_20171123_154138.jpg eines der Klebetattos von Jim habe auftragen lassen 🙂 Ich war so begeistert davon, vor allem weil ich selbst fand, das es mir stand 🙂 Die meisten Gäste die kamen waren total perplex. Sie dachten ich hätte mir wirklich eines stechen lassen, vor allem an der exponierten Stelle 🙂 Auf der Party waren aus unerfindlichen Gründen Tattoos Hauptgesprächsthema und es war wirklich interessant, wie die Leute reagierten und welche Meinung sie zu Tattoos haben, zu sofort sichtbaren und welche die die Kleidung noch abdeckt etc. Der Abend war gemütlich, wir waren über den Abend verteilt ca. 20 Leute, das Essen schmeckte. Der wirklich leckere gekaufte Frankfurter Kranz aus meiner Lieblingsbäckerei war der Hit und es war wirklich gemütlich und gelungen 🙂 Eine wunderbare Entschädigung für den ganzen Tag harte Arbeit 😉 und ein wunderbarer 50. Geburtstag 🙂 mit Freunden und liebe Menschen 🙂
Auch wenn es Tag der offenen Tür war, bat ich die meisten doch bitte nicht vor 18 Uhr zu kommen, was auch fast klappte 😉  Als ich gegen halb 5 endlich ins Bad wollte, schon nakelig im oberen Flur stand, klingelte es. Jim machte auf und begrüßte eine mir in dem Moment unbekannte Stimme und rief ich solle mal runter kommen. Ich fluchte kurz, zog mir einfach eine Schlafhose über und ein Schlabbershirt und ging nach unten. Im Flur stand HH, eine Arbeitskollegin (sie hatte sich geweigert in die Küche zu gehen 😉 ) Ich war total erstaunt. Sie ist mit einem meiner direkten Arbeitskollegen enger befreundet und ich seh sie zumeist nur in der Kantine am Donnerstag. Mein Arbeitskollege zwingt mich dann mitzugehen, weil er Schnitzel essen will und ich futter dann immer die Tagessuppe nur, ich hasse Schnitzel in der Kantine. Aber ich weiche vom Thema ab. HH ist eine ganz Nette und wir unterhalten uns immer über Kunst, Musik etc. Sie ist zwar im Controlling, aber eine wahnsinnig kreative Person. Sie malt selbst, besucht Kurse, gibt Kurse, hat eine Zeitlang selbst Tiffanylampen gemacht und bleiverglaste Fensterbilder und was weiß ich nicht noch alles. Sie gestaltet auch Buchcover und malt nach Vorgaben, einige Bücher mit ihren Covern sind auch schon veröffentlicht. Auf jeden Fall hat sie mir vor einem Jahr ein Bild gezeigt, das sie für ein Buchcover gemalt hat. Sie fotografiert sie mit dem Handy und zeigt mir die Bilder immer. Als sie mir damals dieses Bild zeigte, war ich nur hin und weg. Hab ihr gesagt was das Bild in mir auslöst, hab Tränen in den Augen gehabt beim Beschreiben und sie war hin und weg. Auf meine Bitte hin, hat sie mir ein Foto von dem Bild geschickt und ich hatte es über Monate auf meinem Handy als Hintergrundbild. Vor zwei  Monaten hat sie eine Austellung mit ihren Werken gemacht, das Bild war auch dabei, sie hat aber das Bild nicht zum Verkauf freigeben, weil sie selbst an dem Bild so hing. Tja… ihr könnt es Euch denken. Sie stand in meinem Flur, hatte einen in Papier eingeschlagenen Rahmen in der Hand, zog das Papier weg und überreichte mir als Geschenk DAS Bild. Ich war sprachlos. Mir liefen die Tränen die Wangen runter und ich sagte nur: Ich kann das nicht annehmen. Sie sagte dann, auch mit Tränen in den Augen: Du bist der erste dem ein Bild von mir so nahe geht, dem es so viel bedeutet, Deine Beschreibung damals, die Gefühle die da mitschwangen. Das Bild gehört zu Dir. Ich will das Du es hast, bei Dir ist es gut aufgehoben. Ich hab das Bild dann vorsichtig hingestellt, sie nur noch gedrückt gelacht und geweint. Wir haben noch ein Wasser zusammen getrunken, sie wollte auch nicht zur Party bleiben und fuhr dann…
Am kommenden Wochenende werden wir das Bild an seinem Platz aufhängen 🙂

Die Party war in der Nacht gegen 0:30 Uhr zu Ende ohne große Zwischenfälle 😉 Jim ging gleich ins Bett, da er ja um 05:30 Uhr aufstehen und die fast 200 km nach HD fahren mußte. Dann kam meine AfterPartyZeit, die ich immer noch brauche zum Runterkommen. Die Filmmusik vom letzten Mohikaner gehört da seit über 20 Jahren dazu. Ich räume gemütlich die Spülmaschine ein. Spüle alles was nicht reingeht weg. Räume alles weg, Kühlschrank etc. Fege (saugen geht so spät ja meist nicht 😉 ) und komme so langsam runter. Der Abend geht mir nochmal durch den Kopf, eine kleine Nachlese der schönsten Momente und das Gefühl gesegnet zu sein, mit meinen Freunden, meiner Familie, mit meinem Leben. Das ist meine AfterPartyZeit die genauso dazu gehört wie die Party selbst. Gegen halb 3 drei bin ich dann ins Bett. Jims Wecker weckte mich natürlich auch, ich bin um 7 Uhr aufgestanden und hab weiter aufgeräumt. *lach* der Tag war von recht viel Müdigkeit überschattet, bei der Massage um 17 Uhr bin ich auf dem Tisch eingepennt. Ich hab es mir aber als neuer Evangele nicht nehmen lassen um 19 Uhr den Gottesdienst zum Buß- und Bettag zu besuchen.

Ich bin angekommen und das fühl ich ganz tief in mir 🙂 50 ist toll 🙂

Da bin ich nochmal

mit Endspurt aufs Wochenende… 😉
Die Woche hier war echt viel los. Das meiste hab ich nun geschafft. Allerdings bin ich müde ohne Ende, ich hab die Woche so unendlich wenig geschlafen…
Positiv will ich es sehen, denn ich konnte einiges Gutes für mich tun die Woche:

  • Ich bin diese Woche endlich wieder gelaufen 🙂
  • Ich war gestern schwimmen, 40 Bahnen, yeah :D, sprich ich hab die Woche zweimal schon Sport gemacht
  • Ich hatte den Dienstag abend frei
  • Hab unter der Woche viel zu Hause geregelt bekommen, unter anderem Ablage, Steuersachen rausgesucht, auch mal gewaschen (also am WE mehr Zeit)
  • Habe den Termin mit der evangelischen Pfarrerin vereinbart, wir treffen uns morgen um 10 🙂
  • Habe die Jahres-, Beurteilungs- und Zielgespräche mit meinen Mitarbeitern fertig 🙂
  • Und ich habe sogar zweimal länger am Klavier gesessen unter der Woche 🙂

Finde das für mich gerade eine wunderschöne Wochenbilanz. Doof ist nur, daß ich abends nicht einschlafe, wenn es dann geklappt hat mit Einschlafen, öfters Wach werde und mittlerweile total gerädert bin. Heute abend geht es zu einm GinTasting, Morgen abend auf einen Geburtstag, Sonntag Mittag kann ich wohl nicht mal mehr *piep* sagen 😉

Ich habe die Woche sehr sehr viel abends noch gelesen. Über Religion, Kirchen, viel recherchiert und letztlich hat es mein Bauch entschieden. Und die Bauchentscheidung wurde durch das Recherchieren einfach bestärkt. Ich werde der evangelischen Kirche beitreten. Das Thema hat mich die ganze Woche im Kopf stark beschäftigt und die Entscheidung ist eigentlich letzten Sonntag nach dem Gottesdienst gefallen. Ich wollte sie aber noch untermauern. Alles was ich diese Woche auch nochmals über die katholische Kirche las, hat mich auf mich selbst wütend werden lassen. Das ich überhaupt überlegt hatte, wieder dort einzutreten. Aber es ist ja wie immer. Was man kennt…
Ich bin froh, daß die Pfarrerin morgen Zeit hat, dann kann ich das Thema „abschließen“ vielmehr meine Entscheidung umsetzen :). Seit Irland denke ich jeden Tag drüber nach. Hab nach der einen, dann wieder nach der anderen Richtung tendiert. Wenn also alles klappt, bin ich spätestens morgen um 12 evangelisch 🙂 . Hab der Pfarrerin gesagt, daß ich um 12 Uhr einen Termin hab und nur vorher kann. *lach* wenn sie wüßte, das ich um 12 zum Friseur gehe, hätte sie wohl gelacht 😉 Vielleicht sag ich es ihr aber auch noch 🙂 Die ganze Woche nun schon lebe ich mit dieser Entscheidung, sage mir tagsüber oder auch abends mal laut. „Ich bin jetzt evangelisch“ und es fühlt sich gut an. Damit man das verstehen kann, bzw. der Nichtsaarländer verstehen kann:  Wir haben hier im Saarland die höchste katholische Dichte in Deutschland. Selbst mehr als in Bayern. Bei uns waren Evangelen, als ich in der Schule war, absolute Exoten. Die sind anders, so bin ich aufgewachsen. Als Kind, das sich selbst in die Kirche begeben hat, in die katholische, meine Eltern waren zwar katholisch, denen war das aber alles total egal, gingen mal gerade mit mir zu meiner 1. hl. Kommunion. Sonst waren sie nie in Kirchen drin, außer eben bei Taufen und Beerdigungen und letztlich dann bei ihren eigenen… Ich habe keine Ahnung wo die tiefe Religiösität bei mir herkommt. Der Glaube bei mir herkommt. Aber er ist da. Für mich war es lange so, das Glaube gleich katholisch war. Bis ich eben mit 27 anders wurde. Ich erkannte, das ich schwul bin. Erkannte, das meine Kirche mich nicht mehr will. Erfahren mußte, das hohe katholische Geistliche mich, alle Schwule! für krank hielten und mit ihrer Meinung auch in der Öffentlichkeit nicht hinterm Berg hielten. Ich fühlte mich ausgegrenzt, von der Kirche, aber nicht von Gott. Nicht von meinem Glauben. Ich machte das noch ein paar Jahre mit. Ich ging trotzdem zur Eucharistie, obwohl ich mich von meiner Frau getrennt hatte, mit Männern ins Bett stieg, das Ehesakrament gebrochen hatte. All diese Schuld die einem dort aufgeladen wird. All das Ausgrenzen… Letztlich hat das zu meinem Austritt geführt. Und auch vom Fernbleiben im Gottesdienst. Ein paar Jahre blieb ich der Instutition fern. An die Evangelen dachte ich nie, sie waren ja Exoten… und noch mehr exotisch sein???!!! Lange ausgehalten hab ich es nicht, ich bin wieder zu den Gottesdiensten, zur Eucharistie und so hab ich vor ein paar Jahren CB kennengelernt, die Leute für die Schola suchte. Ihr war es scheiß egal, daß ich ausgetreten war. Obwohl sie Organistin ist. Etwas später lernte ich die evangelische Pfarrerin kennen, weil wir bei einem ökumenischen Gottesdienst singen sollten. Ich war von der Frau beeindruckt. Hab mich seit dem mehr mit der evangelischen Kirche beschäftigt. Vieles gefiel mir dort, einiges nicht. (Ich bin Sizilianer und werde IMMER auch zu Maria beten und ich bekreuzige mich auch gern). Was ich sagen will, mein Horizont wurde erweitert. Dann hab ich vor knapp 7 Jahren meinen Mann kennengelernt. Er ist Evangele, ein Passiver. Er hat mich immer in „meine“ Kirche rennen lassen und ist an Weihnachten und Ostern mitgegangen. Und sagte immer zu mir: Du mußt auch mal in meine gehen. Meine Standardantwort war: Geh Du mal selbst in Deine und dann komm ich gerne mal mit. Ja, so war die Entwicklung. Die evgl. Pfarrerin kenne ich nun schon recht lange, ich mag sie sehr wollte aber auch mal sehen wie andere sind. Hab mir dann auch andere evgl. Pfarrer mal angeschaut und war in Gottesdiensten und ich merkte: Ich fühle mich wohl bei den Evangelen. Seit einiger Zeit besuche ich nun im wöchentlichen Wechsel katholische und evangelische Gottesdienste, kann nun mitreden und ich habe viel  gelesen. Und letzten Sonntag, nach dem evgl. Gottesdienst war mir klar. Hier will ich dazugehören. Hier werde ich akzeptiert. Die Kirche, ihre Vertreter und die Gemeinde will mit mir das Abendmahl feiern, weil ich ein getaufter Christ bin. Ihnen ist egal ob ich schwul bin, mal verheiratet war. Sie wollen mich sogar nächstes Jahr kirchlich verheiraten. Ich bekomme all das was ich mir von „meiner“ Kirche immer wünschte. Wir glauben an Christus, wir sind Christen und unterscheiden nicht nach Geschlecht oder sexueller Orientierung. Ich freu mich einfach und am Liebsten würde ich mich für einen Videobeitrag hier melden, einfach weil ich mich angenommen und endlich zu Hause fühle 🙂

*lach* ich hätte nicht gedacht, daß hier heute noch dieser Text entstehen würde, aber es wollte wohl raus 🙂

Paßt auf Euch auf da draußen!

Einen alten Freund wiedergefunden

heute morgen im Cabrio, mich auf dem USB-Stick verirrt und auf einmal hörte ich das:

So viele Erinnerungen, 1995… das Jahr der Veränderungen in meinem Leben! Wunderschön sich in das Lied reingleiten zu lassen, wieder die Gefühle zu haben, wieder da zu sein…

P.S. und wie kann es anders sein, Klaviermusik mit drin, aber der Text, Wahnsinn

Durchwachsen

war das WE. Das war es unter anderem weil ich mit Jim einen handfesten Krach hatte. Darüber will ich mich aber gar nicht auslassen. Bemerkenswert ist, das ich mal wieder diese Erkenntnis gewonnen hab: Alles was einen Partner am Anfang so wahnsinnig attraktiv macht, macht einen in der Beziehung später total irre. Bei uns ist es die Leichtigkeit und sich keine Gedanken um Nichts zu machen, bei Jim; was mich wahnsinnig anzog und auch immer noch anzieht (aber im Moment gerade total ankotzt) und auf der anderen Seite die Schwere, das Reflektierte, das Organisierte, das Kümmern um Alles und Jeden, bei mir, was Jim anzog und auch noch immer anzieht (ich sag nur sein Brot das ich für Freitag buk…) ihn aber gerade annervt, weil ich Freitag abend eben nicht himmelhochjauchzend war, wegen Donnerstag…, weil ich viel seelisch zu backen habe… Da reicht dann schon so ein kleiner Auslöser wie:  auf mich zukommen, mich unkontrolliert kitzeln, ich zappel, mein Tablet (das ich in der Hand hielt) knallt zu Boden und das Glas ist einziges Spinnennetz… und ich bekomm dann noch gesagt: Was läßt Du das auch fallen, nur weil ich Dich kitzel…

Nun ja, wirklich gestritten haben wir nicht. Um einen Ausbruch bei mir zu vermeiden, der Jim ungerechtfertigt getroffen hätte, hab ich eisern geschwiegen mich zurückgezogen, eine Entschuldigung verlangt, die nicht kam und so schaukelt sich das hoch. Ich penn ja bei sowas nachts nicht, deshalb war der Samstag von Müdigkeit geprägt, abends das Ausgehen auch, wir sind trotzdem bis 2 Uhr Nachts unterwegs gewesen, Sonntag hab ich dann bis kurz nach 12 mittags gepennt und Jim ist um 3 nachmittags gefahren. Wir haben uns halbwegs ausgesöhnt, aber natürlich geht das in mir weiter, dem Schweren, dem Reflektierten. Mit der Konsequenz, das ich mich zurückhalten werde und Jim wohl nichts mehr aus der Thera erzähle. Denn wenn er es schon nicht schafft, sein Gute-Laune-Programm nicht vor mir abzuspulen, wenn ich ihm die Schlimmen Dinge berichte, hab ich keinen Grund mehr wenn er es tut, weil ich ihm nichts mehr erzähle, dann kann ich mir zumindest sagen: Warum soll er sich zurückhalten? Er weiß ja nicht durch welche Scheisse ich gerade wate.

Nun hab ich doch mehr davon erzählt als ich wollte.

IMG_20170807_063408Der Samstag war ganz schön, das Kennenlernen von Freunden von Freunden war auch mal wieder schön, weil man neue Gespräche hatte. Komplimente zu bekommen, was für ein tolles Paar wir sind (grins und das obwohl wir Knatsch hatten) ist auch immer schön 🙂 Später in der Szene (für Nichtschwule: das sind Locations für Schwule, Bars, Kneipen, Straßenzüge, wo halt hauptsächlich Schwule hingehen) noch ein paar alte Bekannte getroffen, mit einem sogar wieder Handynummern getauscht, wir hatten den Kontakt wegen seinem Ex verloren, der vorher mein Ex war 😉 *grins* sprich er war mein Nachfolger, aber die beiden sind auch seit Jahren nicht mehr zusammen. Tom ist ein Netter, Skorpion halt 😉  und wir hatten immer gute Gespräche 🙂 Die Kondome haben wir in einer Szenekneipe bekommen, finde es witzig das da immer noch Leute rumlaufen und Präser verteilen und sie Dir in die Hosentaschen stecken, auch wenn Du Nein sagst 😉

Heute abend Klavierstunde (wenn CB nicht wieder auf der Baustelle festhängt)

Gestern hab ich noch länger an dem Miss Clare Remembers gearbeitet und es zum ersten Mal auswendig gespielt. Läuft dann flüssiger, außer an den Stellen wo ich nicht weiter wußte. Aber die Stellen die vorher vom Blatt hakten und die ich nun auswendig kann, laufen flüssiger 🙂 Ab jetzt spiel ich es nur noch auswendig um es drauf zu bekommen 🙂

Am WE noch einen zauberhaften Film über Musik gesehen: Once, spielt in Irland, ein Straßenmusiker und eine Musikerin die sich zufällig begegnen lernen sich kennen und machen Musik gemeinsam und der Film geht definitiv nicht so aus wie man es sich erhofft. Schöne Musik, viel Gefühl, aber nie schnulzig, ich war begeistert.

Paßt auf Euch auf da draußen!